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Dschihad

wird meist mit »Heiliger Krieg« assoziiert, bedeutet zunächst »Anstrengung«, »Mühe« und kann sich auch auf einen inneren Auftrag beziehen, z.B. beim Kampf gegen »das Böse« im Herzen (großer Dschihad). Der kleine oder äußere Dschihad hingegen besteht in jeder Form der zulässigen Verteidigung von Muslimen .

Dschihadismus, Dschihadist

wird in der Regel im Zusammenhang mit militanten, gewaltbereiten Islamisten verwendet, deren Ideologie zufolge der Dschihad den bewaffneten Kampf meint, der jedem Muslim vorgeschrieben sei, solange muslimische Gebiete unter Besetzung sind oder »Ungläubige« gegen Muslime kämpfen.

Weiterführende Begriffe: Dschihad, Pop-Dschihadismus, Radikaler Islam

Islamisierung

ist ursprünglich ein historischer Begriff (analog zur Christianisierung). Re-Islamisierung ist der Fachbegriff für eine wachsende Bedeutung islamischer Religionen in der heutigen Zeit. Als politisches Schlagwort verwendet, wird »Islamisierung« mit Radikalisierung assoziiert. Dabei wird Muslimen unterstellt, den Islam generell radikal auszulegen oder extremistisch zu agieren. Nicht nur in rechtspopulistischen Kreisen ist der Begriff verbreitet, um vor einer vermeintlichen Überfremdung durch den Islam und seinen (mutmaßlichen) Anhänger*innen zu warnen. Der alarmistische Begriff sollte in der Berichterstattung nicht unreflektiert benutzt werden. Auf Deutschland bezogen wäre eine solche Gefahr durch die rund 6% Muslim*innen1 2, die hier leben, vollkommen unrealistisch.

Radikaler Islam / radikale Muslime

sind problematische Zuschreibungen, weil sie pauschalisieren, so wie »radikales Christentum« oder »radikales Judentum«. Gerade im Zusammenhang mit Sicherheits- und Terrorismusdebatten werden die Begriffe oft verwendet. Passender könnte sein: religiös begründeter oder motivierter Extremismus.

Salafismus, Salafisten

wird in Deutschland vor allem vom Verfassungsschutz verwendet. Die so benannten Gläubigen sind eine sehr kleine Minderheit unter den sunnitischen Muslim*innen und bezeichnen sich selbst zum Teil mit dem auch in der Islamwissenschaft verwendeten Terminus Salafiten, mittlerweile ist das arabische Salafis gängiger. Die Strömung bezieht sich auf die »Altvorderen« (Salaf) und eine dogmatische Interpretation des Koran, die sie als den »wahren« Islam propagiert. Salafiten oder Salafis sind jedoch keine homogene Gruppe und nicht grundsätzlich gewaltbereit oder terroristisch, sondern oft unpolitisch. Expert*innen schlagen vor, nur die gewaltbereite Gruppe untern Ihnen als Salafisten zu bezeichnen, in Abgrenzung zu unpolitischen Salafiten1 oder Salafis. Militante Salafist*innen sind dementsprechend gewaltbereite Islamisten.