ist ein Schlagwort, das Anfang der 2000er Jahre im Zusammenhang mit der Integrationsdebatte um ||Muslime in Deutschland populär wurde. Der Begriff ist inhaltlich diffus und nicht konkret definiert. Er konstruiert ein Bild homogener Minderheiten, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsbevölkerung abschotten. Ihnen wird »Integrationsunwilligkeit« unterstellt, ohne zu berücksichtigen, dass für ||Integration die gesamte Gesellschaft verantwortlich ist (siehe auch ||gescheiterte Integration). In einem Interview mit Spiegel Online  kritisierte der Historiker Klaus J. Bade: »Parallelgesellschaften im klassischen Sinne gibt es in Deutschland gar nicht. Dafür müssten mehrere Punkte zusammenkommen: eine monokulturelle Identität, ein freiwilliger und bewusster sozialer Rückzug auch in Siedlung und Lebensalltag, eine weitgehende  wirtschaftliche  Abgrenzung, eine Doppelung der Institutionen des Staates. Bei uns sind die Einwandererviertel meist ethnisch gemischt, der Rückzug ist sozial bedingt, eine Doppelung von Institutionen fehlt.«

Weiterführende Begriffe: || Ausländerkriminalität, || Clan, || Integrationsverweigerer, || Islamisierung, || Überfremdung