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Dritte Welt

ist ein veralteter Begriff für Länder und Regionen, die aus einer europäischen Sicht als unterentwickelt gelten. Zur Zweiten Welt gehörten demnach sogenannte Schwellenländer, die Erste Welt sind hochentwickelte Industrieländer. Diese Hierarchie wird kritisiert, zudem wird damit eine Verantwortung von Ungleichheiten verschleiert. Geeigneter sind die Begriffe Globaler Süden und Globaler Norden. Sie sind nicht geografisch zu verstehen (auch Australien liegt im Süden), sondern beschreiben eine benachteiligte oder privilegierte Position in einer globalisierten Welt.

Weiterführende Begriffe: Neokolonialismus

Neokolonialismus

bezeichnet fortwirkende, teils neue Formen von Abhängigkeit und Ausbeutung nach dem Ende des formalen Kolonialismus.
Demnach werden ehemals kolonisierte Gebiete heute mit neokolonialistischen Mitteln indirekt von ehemaligen Kolonialmächten beherrscht, u.a. durch finanzielle (z.B. durch Kredite), aber auch politische, technologische, militärische oder kulturelle Abhängigkeiten. Postkolonialismus (Postcolonial Studies) ist eine wissenschaftliche Forschungsrichtung, die davon ausgeht, dass die Geschichte des Kolonialismus mit den historischen Unabhängigkeitserklärungen nicht vorbei war.