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Antijudaismus

ist kein Synonym für Antisemitismus, selbst, wenn die Motive sich teils überschneiden können. Antijudaismus steht vielmehr für die religiös begründete Ablehnung des jüdischen Glaubens und seiner Anhänger*innen und wird deshalb auch christlicher, historischer oder religiöser Antijudaismus genannt (siehe auch sekundärer Antisemitismus, israelbezogener Antisemitismus).

Hasskriminalität, Hassverbrechen

deutsch für Hate-Crime, bezeichnet Gewalt- und Straftaten, die z.B. durch Rassismus, religiöse Intoleranz, Trans- oder Homofeindlichkeit und Ähnlichem motiviert sind. Hasskriminalität ist sinnvoll zur Benennung von Straftaten, wenn die Betroffenen von den Täter*innen als »anders« und nicht als gleichwertige Menschen angesehen werden. In der Kriminologie werden die Fachbegriffe Vorurteilskriminalität und Vorurteilsverbrechen benutzt. Wissenschaftlich formuliert wäre das Motiv gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Sekundärer Antisemitismus

äußert sich bspw. in Forderungen nach einem Schlussstrich oder in dem Vorwurf, die Juden hätten eine Mitschuld an der Verfolgung durch die Nazis oder zögen einen Vorteil aus dem Holocaust. Das Phänomen konnte unmittelbar nach 1945 erstmalig beobachtet werden. Oft ergibt sich diese Form des Antisemitismus aus einem Schuld- und Schamgefühl wegen der Shoa.

Weiterführende Begriffe: israelbezogener Antisemitismus, Israelkritik