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Exotismus

Wenn Schwarze Menschen und BIPoC oder andere Menschen, die nicht der weißen »Norm« entsprechen, wegen ihrer »Andersartigkeit« zur Schau gestellt oder beäugt werden, ist das Exotismus. So fanden zwischen 1870 und 1940 »Völkerschauen« in deutschen Zoos statt. Exotismus beruht auf einer rassistischen Sichtweise auf das »Fremde« aus einer eurozentrischen weißen Position. Dabei schwingt oft der Wunsch des Besitzenwollens oder ein sexuelles Begehren mit.

Weiterführende Begriffe: Kolonialismus, Indigene, Anti-Schwarzer Rassismus, Antimuslimischer Rassismus

Indigene

sind laut Definition der Vereinten Nationen die Nachfahren der Menschen, die ein Gebiet bereits bewohnten, bevor sie von Gruppen aus anderen Teilen der Welt unterworfen, untergeordnet oder kolonialisiert wurden oder ihr Gebiet Teil eines Staates wurde. Bis heute sind sie nicht maßgeblich an den nationalen Regierungen der Länder beteiligt, in denen sie leben. Weltweit gibt es schätzungsweise etwa 370 Millionen Indigene in mehr als 70 Staaten. Indigene ist als übergeordnetete Selbstbezeichnung akzeptiert, allerdings argumentiert Yezenia León Mezu, dass der Begriff im Deutschen noch eine stärkere Anbindung an den kolonialistischen Begriff “Eingeborene” hat als das englische “Indigenous”1. In einem Bericht kann auch die bestimmte Gruppe beim Namen genannt werden, z. B. Cherokee, Maya, Tuareg, Massai usw. Unangebracht sind kolonialistische Fremdbezeichnungen wie »Ureinwohner«, »Eingeborene«, »Naturvolk«, »Indianer« etc.

Weiterführende Begriffe: BIPoC, Internationaler Tag der indigenen Bevölkerungen der Welt

Internationaler Tag der indigenen Bevölkerungen der Welt

Der Internationale Tag der indigenen Bevölkerungen der Welt wird jährlich am 9. August begangen und wurde 1994 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Das Datum geht auf die Eröffnungssitzung der UN-Arbeitsgruppe zu indigenen Bevölkerungen im Jahr 1982 zurück.1

Weiterführende Begriffe: BIPoC, Indigene

Kulturelle Aneignung

(engl. Cultural Appropriation) beschreibt die Kritik an weißen Menschen, die kulturelle Errungenschaften von rassistisch diskriminierten Gruppen kopieren oder sich zu eigen machen, ohne selbst dafür diskriminiert zu werden. So sind etwa Dreadlocks ein Symbol der antikolonialen Religion der Rastafari-Bewegung, wenn Weiße sie aber aus modischen Gründen tragen, gilt das als kulturelle Aneignung.

Weiterführende Begriffe: Afrohaare, Anti-Schwarzer Rassismus, Blackfishing, Rassismus

Stamm

Im Kolonialismus orientierten Europäer*innen sich oft an Begriffen, die in Zusammenhang mit der Antike und dem Frühmittelalter standen. In Anlehnung an germanische Völker wurden Gruppen auf dem afrikanischen und amerikanischen Kontinent einfach als »Stämme« pauschalisiert. Die Diversität Afrikas und Amerikas blieb unsichtbar und dies wirkt bis heute nach. Sinnvoller ist es, die zahlreichen Selbstbezeichnungen zu benutzen, wie zum Beispiel für die Gruppe der Fulbe aus Westafrika oder die Kayapó aus dem Amazonasbecken.

Weiterführende Begriffe: Exotismus