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Fatwa

(arabisch) ist eine Rechtsauskunft von einer muslimischen Autorität, die auf Anfrage ein religiöses oder rechtliches Problem klärt. Anders als ein Gerichtsurteil beruht die Fatwa auf der persönlichen Interpretation und der jeweiligen islamischen Rechtsschule ihres Verfassers. Somit können Muslim*innen zur gleichen Frage widersprüchliche Fatwas erhalten. Oftmals werden Fatwas als praktische Lebensberatung zu Alltagsfragen erlassen.

Weiterführende Begriffe: Hadith/pl. Ahadith, Koran/Qur’an, Scharia

Hadith / pl. Ahadith

(arab. Bericht, Erzählung) In den Ahadith wurde das Reden, Handeln oder billigende Schweigen des Propheten festgehalten. Die Gesamtheit der Ahadith bildet die Sunna; neben dem Koran ist sie die zweite Hauptquelle für islamische Theologie und islamisches Recht sowie Ethik und Glaubenspraxis.

Koran/Qur’an

(arab. Lesung, Rezitation) ist die Heilige Schrift des Islams. Er ist in Reimprosa abgefasst und enthält gemäß dem Glauben von Muslim*innen die wörtliche Offenbarung Gottes, die an den Propheten Mohammed, durch den Engel Gabriel herabgesandt wurde. Der Koran ist die wichtigste Quelle für islamische Theologie und islamisches Recht, sowie Ethik und Glaubenspraxis. Dennoch umfasst er nicht alle Belange und Fragestellungen von Muslim*innen. Eine weitere bedeutende Quelle ist die Sunna (überlieferte Norm) des Propheten, in der mündlich überlieferte Aussprüche und Taten Mohammeds in den Hadith / pl. Ahadith festgehalten wurden.

Weiterführende Begriffe:

Mohammedaner

ist ein veralteter Begriff und als Synonym für Muslim*innen unpassend, weil sie Mohammed nicht als Gott verehren. In der Regel findet der Begriff auf einschlägig islamfeindlichen Blogs Verwendung und ist abfällig gemeint.