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Konservatives Judentum

ist eine in den USA entstandene Bewegung, deren Ursprünge allerdings in Deutschland liegen. In den Vereinigten Staaten bildet das konservative Judentum, neben dem liberalen Judentum, heute die größte Gruppe. Konservative Juden*Jüdinnen legen mehr Wert auf Traditionen als liberale, sie passen die Religionsgesetze jedoch auch zeitgemäß an. Ähnlich wie im orthodoxen Judentum werden Gesetze wie bspw. die Speisevorschriften eingehalten, sie werden aber weniger streng ausgelegt. Zudem können Frauen im religiösen Ritus des konservativen Judentums – je nach Gemeinde – mehr Rechte haben als in der Orthodoxie. Die Begriffe »konservativ«, »liberal« oder »orthodox« dürfen also keineswegs mit politischen Richtungsbezeichnungen verwechselt werden.

Weiterführende Begriffe:

Liberales Judentum

bezeichnet eine Strömung, die im 19. Jh. in Deutschland in Abgrenzung zur Orthodoxie entstand. Im Gegensatz zum orthodoxen Judentum sind die Geschlechter im liberalen Judentum meistens in allen religiösen Angelegenheiten gleichberechtigt: Dies umfasst in vielen Gemeinden auch die Ordination von Frauen zu Rabbinerinnen bzw. Rabba. Durch Auswanderung gelangten die Kernideen des liberalen Judentums im 19. Jh. in die USA, wo sie als Reformjudentum eine andere Entwicklung nahmen als in Deutschland. In Israel ist die liberale jüdische Gemeinde recht klein. Auch in Deutschland verstehen sich die meisten Gemeinden als orthodox, in jüngster Zeit entstehen allerdings auch hier wieder mehr liberale Gemeinden. Das liberale Judentum wird in Europa auch progressives Judentum genannt.

Schiit*innen

sind eine der Hauptgruppen unter den vielen Strömungen im Islam. Die Spaltung in verschiedene Strömungen erfolgte historisch aufgrund der Auseinandersetzungen um die Frage der rechtmäßigen Führung der Gemeinschaft der Muslim*innen nach dem Tod des Propheten Mohammed. Schiit*innen folgen nur dem vierten der Kalifen, Ali ibn Abi Talib. Dieser ist auch für die Alevit*innen der einzig rechtmäßige Nachfolger Mohammeds.

Weiterführende Begriffe: Alevit*innen, Sunnit*innen