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Gadje / Gadsche

(Singular Gadzo / Gadscho) ist auf Romanes die Bezeichnung für Nicht-Rom*nja. Die Minderheit nutzt den Begriff, um sich von den Nicht-Rom*nja abzugrenzen – ähnliches ist auch in anderen Kulturen zu beobachten. Der genaue Wortursprung ist umstritten.

Integration

ist ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit Migranten fällt und als Bringschuld der Einwanderer*innen gemeint ist. Wissenschaftler*innen dagegen verwenden ihn, um Sachverhalte zu beschreiben, wie Teilhabe und Zugang zu Arbeit oder Bildung. In diesem Sinn ist bspw. von Integrationspolitik oder Integrationsprojekten die Rede. In der Berichterstattung ist oft von gescheiterter oder »gelungener Integration« die Rede; ebenso wie bei der Übertragung auf Personen (Integrationsverweigerer) werden gesellschaftliche Probleme dadurch individualisiert und kulturalisiert. Alternativen: Teilhabe, Chancengleichheit.

Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache

(»ndH«) ist ein abstrakter Fachbegriff, der vor allem im Bildungsbereich für Schüler*innen verwendet wird. Er ist der Versuch, bestimmte Förderbedürfnisse zu benennen, ohne Kinder einer Herkunftsgruppe zuzuordnen. Leider verbirgt sich dahinter ein defizitorientierter Blick: In der Schuleingangsuntersuchung wird allein der Frage nachgegangen, ob das Kind als erste Sprache Deutsch gelernt hat. Genauso geeignet und weniger abstrakt: Mehrsprachige Kinder oder Kinder mit internationaler Geschichte.