Archiv

Antisemitismus

ist eine weit verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Allgemein werden damit sämtliche Formen von Hass, feindlichen Einstellungen, Äußerungen, Handlungen und Vorurteilen beschrieben, die sich gegen Juden*Jüdinnen und alle richten, die als jüdisch wahrgenommen werden. Der Begriff wurde erstmalig im 19. Jh. öffentlich verwendet und löste mit rassistischen Motiven den religiös begründeten Antijudaismus ab; die damaligen Rassentheorien waren eine Grundlage der Nazi-Ideologie. Öffentliche antisemitische Hetze ist heute in Deutschland strafbar. Dazu gehört auch die Leugnung des Holocaust (siehe auch sekundärer Antisemitismus, israelbezogener Antisemitismus, Israelkritik).


Weiterführende Begriffe: sekundärer Antisemitismus, israelbezogener Antisemitismus, Israelkritik

Holocaust

(griech. vollständig verbrannt) bezeichnet die systematische, massenhafte Ermordung von Jüdinnen und Juden und anderen Minderheiten durch die Nationalsozialist*innen. Eingeführt wurde der Begriff 1979 als Titel der amerikanischen Fernsehserie »Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß«, die auch in Deutschland sehr populär war. Manche Jüdinnen und Juden lehnen das Wort allerdings ab, weil das Brandopfer in der Thora die Obhut Gottes verspricht, und bevorzugen deswegen den hebräischen Begriff Shoa (auch Shoah, Schoa oder Schoah), der für »große Katastrophe« steht. Bis heute gibt es keinen eigenen deutschen Begriff für diesen historischen Massenmord.

Nationalsozialistischer Genozid

Sinti und Roma waren während des Nationalsozialismus Verfolgung und Völkermord ausgesetzt1. Auf Romanes gibt es dafür die Begriffe Porajmos oder auch Pharrajmos (deutsch: »das große Verschlingen«) und Samudaripen (deutsch »das  große  Töten«).  Der Tag der Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Genozids an den Rom*nja ist der 2. August. Etwa 500.000 europäische Sinti*ze und Rom*nja wurden durch Nationalsozialist*innen oder mit ihnen verbündeten Regierungen und Bewegungen, systematisch ermordet, was erst 1982 von der Bundesrepublik offiziell als Völkermord anerkannt wurde. Dieser wurde in der Geschichtsschreibung nach wie vor noch nicht vollständig aufgearbeitet.

Siehe auch Holocaust im Kapitel »Jüdinnen und Juden«.