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Fundamentalist

stammt aus der Geschichte der christlichen Kirchen und bezeichnete Angehörige einer Strömung im Protestantismus der USA Anfang des 20. Jh.s. Inzwischen wird der Begriff auch im politischen Kontext benutzt. Es ist aber umstritten, ob er auf bestimmte Strömungen im Islam anwendbar ist. Alternativ kann man auf Formulierungen zurückgreifen wie rückwärtsgewandte oder konservative Muslime oder altherkömmlich gläubige Muslime. Handelt es sich bei den zu Bezeichnenden um militante Fundamentalist*innen (allen Glaubens), kann man von Terroristen sprechen.

Salafismus, Salafisten

wird in Deutschland vor allem vom Verfassungsschutz verwendet. Die so benannten Gläubigen sind eine sehr kleine Minderheit unter den sunnitischen Muslim*innen und bezeichnen sich selbst zum Teil mit dem auch in der Islamwissenschaft verwendeten Terminus Salafiten, mittlerweile ist das arabische Salafis gängiger. Die Strömung bezieht sich auf die »Altvorderen« (Salaf) und eine dogmatische Interpretation des Koran, die sie als den »wahren« Islam propagiert. Salafiten oder Salafis sind jedoch keine homogene Gruppe und nicht grundsätzlich gewaltbereit oder terroristisch, sondern oft unpolitisch. Expert*innen schlagen vor, nur die gewaltbereite Gruppe untern Ihnen als Salafisten zu bezeichnen, in Abgrenzung zu unpolitischen Salafiten1 oder Salafis. Militante Salafist*innen sind dementsprechend gewaltbereite Islamisten.