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Weiß

wird oft in Rassismus-Debatten benutzt. Häufig herrscht das Missverständnis, es ginge dabei
um eine Hautfarbe. Tatsächlich meint weiß eine gesellschaftspolitische Norm und Machtposition und wird deshalb immer häufiger klein und kursiv geschrieben. Der Begriff wird als Gegensatz zu People of Color (PoC) verwendet. Dabei müssen sich z.b. weiße Deutsche nicht selbst als weiß oder privilegiert fühlen (siehe auch Schwarze, Schwarze Deutsche).

Willkommenskultur

ist zur Standardvokabel in der Asyldebatte geworden. Gemeint ist meistens das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die sich für Geflüchtete einsetzen und damit eine Willkommenskultur schaffen. Vorher war Willkommenskultur eher ein politisches Leitbild für die multikulturelle Aufnahmegesellschaft in der Integrationspolitik. So wurden z. B. in Hamburg oder Stuttgart städtische
»Welcome-Center« für Einwanderer*innen eröffnet. Kritisiert wird der Begriff z. B. vom Medienwissenschaftler Alexander Kissler, der darauf verweist, dass sich das Wort »Willkommen« nur auf den kurzen Vorgang des Kommens beziehe, also keinen sich verstetigenden Zustand bezeichnen könne.

Wir

kann missverständlich wirken, wenn beispielsweise von »wir Deutschen« die Rede ist, aber nur Deutsche ohne Migrationshintergrund gemeint sind. Als Alternative kann Herkunftsdeutsche passender sein.

Wurzeln, mit griechischen etc.

wird oft verwendet um die Herkunft von Menschen mit internationaler Geschichte zu beschreiben. Weil damit keine Verortung in Deutschland, sondern vielmehr eine Entwurzelung von Menschen aus Einwandererfamilien mitschwingt, wird die Beschreibung teilweise kritisch gesehen. Alternativ kann z.B. die (ehemalige) Nationalität der Eltern genannt werden, sofern es wirklich nötig ist.