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Hadith/pl. Ahadith

(arab. Bericht, Erzählung) In den Ahadith wurde das Reden, Handeln oder billigende Schweigen des Propheten festgehalten. Die Gesamtheit der Ahadith bildet die Sunna; neben dem ||Koran ist sie die zweite Hauptquelle für islamische Theologie und islamisches Recht, sowie Ethik und Glaubenspraxis.

Halal und Haram

sind aus dem Arabischen stammende Begriffe aus dem Koran, wobei Halal »erlaubte« Verhaltensweisen bezeichnet, während Haram »Unerlaubtes« festlegt. Bei Lebensmitteln sind bspw. Schweinefleisch und Alkohol haram, wobei viele Muslim*innen mit den Nahrungsmittelgeboten eher individuell umgehen. Auch für die Herstellung der Lebensmittel gibt es Regeln, weshalb viele Hersteller mittlerweile mit Halal-Zertifikaten werben.

Weiterführende Begriffe: || Euro-Muslime, ||Koscher, || Scharia

Hasskriminalität, Hassverbrechen

deutsch für Hate-Crime, bezeichnet Gewalt- und Straftaten, die z.B. durch ||Rassismus (siehe ||Ausländerhass), religiöse Intoleranz, Trans- oder Homophobie und Ähnlichem motiviert sind. Hasskriminalität ist sinnvoll zur Benennung von Straftaten, wenn die Betroffenen von den Täter*innen als »anders« und nicht als gleichwertige Menschen angesehen werden. In der Kriminologie wird der Fachbegriff Vorurteilskriminalität benutzt. Wissenschaftlich formuliert wäre das Motiv gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Heimat

beschreibt, als persönlich definierter Begriff, den Ort an dem Menschen sich heimisch fühlen, egal ob sie dort geboren sind oder nicht. Entsprechend können ||Menschen mit internationaler Geschichte eine Verbundenheit zu mehreren Heimaten empfinden. Politisch wird der Heimatbegriff teils weiterhin nationalistisch interpretiert (vgl. ||Volk). Eine der wenigen Äußerungen des ersten Bundesheimatministers Seehofer (CSU) dazu lautete »Heimatpolitik ist stets eine Politik der Vielfalt«.1

Weiterführende Begriffe: ||Einwanderungsgesellschaft, ||Ethnopluralismus, ||Überfremdung

Heimatlose Flüchtlinge

auf Englisch ||Displaced persons (DPs) genannt, sind Menschen und ihre Nachkommen, die während des Zweiten Weltkriegs verschleppt wurden, nach 1945 aber nicht mehr in ihre Heimatländer zurück kehren konnten, zum Beispiel aufgrund veränderter Landesgrenzen. Die meisten Heimatlosen sind ehemalige Zwangsarbeiter*innen aus Ost- und Südosteuropa, die während des Zweiten Weltkriegs in deutschen Industriebetrieben arbeiten mussten.

Herkunftsdeutsche

ist umstritten. Wer allerdings »Deutsche mit türkischer Herkunft« sagt, müsste konsequenterweise auch Deutsche mit deutscher Herkunft, sprich Herkunftsdeutsche sagen.

Hijab/Hidschab

bedeutet Verhüllung und wird in Deutschland oft wie ||Kopftuch verwendet. Gemeint ist ein Tuch, das den Kopf, meist auch den Hals und teils die Schultern bedeckt, das Gesicht aber freilässt. Inspiriert durch Traditionen oder Mode gibt es viele verschiedene Trageweisen des Hijab, meist liegt das Tuch relativ eng an.

Weiterführende Begriffe: ||Burka, ||Kopftuchträgerin, ||Niqab, ||Tschador

Holocaust

(griech. vollständig verbrannt) bezeichnet die systematische massenhafte Ermordung von Jüdinnen und Juden und anderen Minderheiten durch die Nationalsozialist*innen. Eingeführt wurde der Begriff 1979 als Titel der amerikanischen Fernsehserie »Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß«, die auch in Deutschland sehr populär war. Manche Jüdinnen und Juden lehnen das Wort allerdings ab, weil das Brandopfer in der ||Thora die Obhut Gottes verspricht, und bevorzugen deswegen den hebräischen Begriff Shoa (auch Shoah, Schoa oder Schoah), der für »große Katastrophe« steht. Bis heute gibt es keinen eigenen deutschen Begriff für diesen historischen Massenmord.