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Asyl

Familiennachzug

ist ein feststehender Begriff im Asylverfahren. Er besagt, dass anerkannte ||Flüchtlinge (||Geschützte Personen) ihre Ehepartner*innen und Kinder nach Deutschland holen können und diese dann ebenfalls ein Aufenthaltsrecht bekommen. Voraussetzungen dafür sind z.B. ausreichender Wohnraum und die Möglichkeit, den Lebensunterhalt für die Familie sichern zu können. Nachziehende Ehepartner*innen müssen in der Regel einfache Deutschkenntnisse nachweisen. Mit dem sog. Asylpaket II, das Anfang 2016 in Kraft trat, wurde die Möglichkeit des Familiennachzugs allerdings stark eingeschränkt: So können Personen, die lediglich internationalen ||subsidiären Schutz erhalten, erst nach zwei Jahren einen Antrag auf Familiennachzug stellen.

Weiterführender Begriff: || Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Flüchtlinge

sind laut ||Genfer Flüchtlingskonvention »Personen, die aus begründeter Furcht vor der Verfolgung ihrer Person wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe Schutz in einem anderen Land suchen«. In amtlichen Statistiken gelten die Bezeichnungen Flüchtlinge und Asylberechtigte nur für Menschen, die schon Schutzstatus besitzen: Asylberechtigte werden nach dem Asylrecht im Grundgesetz anerkannt, Flüchtlingen wird ||Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention gewährt. Sprachlich ist der Begriff »Flüchtling« nicht unumstritten. So sind Worte mit dem Ableitungssuffix »-ling« im Deutschen oft negativ konnotiert (Vgl. Eindringling, Schönling, Schädling etc.) Gleichzeitig werden Menschen  durch die Bezeichnung »Flüchtling« auf einen Teil ihrer Biografie  reduziert.  Alternative  Begriffe: ||Geflüchtete, Schutzsuchende oder ggf. ||Geschützte Personen

Flüchtlingsschutz

wird nach der ||Genfer Flüchtlingskonvention gewährt. Daneben gibt es den ||subsidiären Schutz und ||Abschiebungsverbote für ||Geflüchtete. Einen Rechtsanspruch auf Asyl in Deutschland haben nur politisch Verfolgte, so wäre z.B. ein Bürgerkrieg allein kein Asylgrund, aber ein Grund für ||subsidiären Schutz.

Freiwillige Ausreise/Rückkehr

ist ein beschönigender Begriff für die Ausreise bzw. Rückkehr, die ||Asylsuchenden nahe gelegt wird, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Lehnen sie ab, muss nach spätestens 30 Tagen die ||Abschiebung erfolgen.