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Sinti, Sintize, Romnja und Roma

Nationale Minderheit

beschreibt jene Gruppen der Bevölkerung, die in Deutschland durch Bund und Länder einen besonderen Schutz und eine spezifische Förderung erhalten. Neben den ||deutschen Sinti und Roma sind auch die Lausitzer Sorben, die dänische Minderheit und die friesische Volksgruppe als nationale Minderheit anerkannt. Angehörige der nationalen Minderheiten sind ||deutsche Staatsangehörige, unterscheiden sich aber von der Mehrheitsbevölkerung durch eine eigene Sprache, Kultur, Geschichte und Identität, die sie bewahren. Im Gegensatz zu den anderen Gruppen leben die deutschen Sinti*ze und Rom*nja nicht in angestammten Siedlungsgebieten.

Weiterführende Begriffe: || Bekenntnisfreiheit, || Minderheitenrat, || Minderheitensekretariat

Nationalsozialistischer Genozid

||Sinti und ||Roma waren während des Nationalsozialismus Verfolgung und Völkermord ausgesetzt, auf ||Romanes gibt es dafür die Begriffe Porajmos oder auch Pharrajmos (deutsch: »das große Verschlingen«) und Samudaripen (deutsch »das  große  Töten«).  Der Tag der Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Genozids an den Rom*nja ist der 2. August. Etwa 500.000 europäische Sinti*ze und Rom*nja wurden durch Nationalsozialist*innen oder Mitglieder anderer, mit dem Deutschen Reich verbündeter Regierungen und Bewegungen systematisch ermordet, was erst 1982 von der Bundesrepublik offiziell als Völkermord anerkannt wurde. Dieser wurde in der Geschichtsschreibung nach wie vor noch nicht vollständig aufgearbeitet

Weiterführende Begriffe: || Holocaust

Nomaden

oder auch »Fahrendes Volk« beruhen wie alle Begriffe, die ||Sinti und ||Roma als permanent in Bewegung lebende Gruppen darstellen, auf jahrhundertealten Klischees und werden von vielen Gruppenangehörigen als verletzend empfunden. Historisch gesehen diente das Bild der Umherziehenden dazu, einen Außenseiter*innenstatus zu erschaffen und damit Diskriminierung und gesetzliche Restriktionen zu legitimieren. Migrationsbewegungen durch Sinti*ze und Rom*nja beruhten in der Vergangenheit oft weniger auf einem selbstgewählten Lebenswandel als auf ökonomischen Zwängen und politischer Verfolgung.

Weiterführende Begriffe: || Antiziganismus, || Zigeuner, || Traveller