|| Antijudaismus

ist kein Synonym für ||Antisemitismus, selbst, wenn die Motive sich teils überschneiden können. Antijudaismus steht vielmehr für die religiös begründete Ablehnung des jüdischen Glaubens und seiner Anhänger*innen und wird deshalb auch christlicher, historischer oder religiöser Antijudaismus genannt.

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|| Antisemitische Verschwörungstheorien

haben eine lange Tradition und sind heute vor allem in sozialen Netzwerken im Umlauf. Schon aus dem 12. Jahrhundert sind Verschwörungsmythen bekannt wie Legenden von Ritualmorden oder Brunnenvergiftungen, die immer wieder Judenverfolgungen auslösten. Mindestens seit dem Beginn des 19. Jhd.s existiert die Verschwörungstheorie von dem Streben der ||Juden nach der Weltherrschaft, welche auf den gefälschten »Protokollen der Weisen von Zion« beruht. Noch heute berufen sich ||Antisemiten auf diese Protokolle, an die bereits Adolf Hitler glaubte – sie gelten als Schlüsseldokument einer angeblichen »jüdischen Weltverschwörung«.

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|| Antisemitismus

ist eine weit verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Weit gefasst werden damit sämtliche Formen von Hass, feindlichen Einstellungen, Äußerungen, Handlungen und Vorurteilen beschrieben, die sich gegen Jüdinnen und Juden und alle richten, die mutmaßlich als jüdisch wahrgenommen werden. Der Begriff wurde erstmalig im 19. Jhd. öffentlich verwendet und löste mit rassistischen Motiven den religiös begründeten ||Antijudaismus ab; diese Rassentheorien waren eine Grundlage der ||Nazi-Ideologie. Öffentliche antisemitische Hetze ist heute in Deutschland strafbar, dazu gehört auch die Leugnung des ||Holocausts.

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|| Antizionismus

richtet sich gegen die Ideologie des ||Zionismus und kann daher implizit als Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel verstanden werden. In diesem Fall kann man auch von antizionistischem Antisemitismus sprechen/schreiben. Gleichzeitig sind nicht alle, die die unterschiedlichen Ideen zionistischer Strömungen kritisieren, automatisch gegen die Existenz Israels. So gibt es im innerisraelischen Diskurs jüdischen Antizionismus, der nicht antisemitisch ist.

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|| Aschkenasim/Ashkenazim/Aschkenasen

sind ursprünglich nord-, mittel- und osteuropäische ||Juden mit gemeinsamer religiöser Tradition und Kultur. Der Begriff wurde im 9. Jhd. von eingewanderten Jüdinnen und Juden für das deutschsprachige Gebiet geprägt und breitete sich von dort aus. Heute bilden Aschkenasim die größte Gruppe im Judentum.

Weiterführende Begriffe: ||Sephardim, ||Misrachim.

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|| Chassidismus

ist eine religiös-mystische Bewegung innerhalb des ||orthodoxen Judentums, die besonders im 19. Jahrhundert in Osteuropa verbreitet war. Bedeutend dabei sind ||kabbalistische Konzepte und spirituelle Erlebnisse. Heute gibt es nur noch einige hunderttausend chassidische ||Juden, vor allem in Israel, Argentinien und den USA.

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|| Davidstern

ist ein sechszackiger Stern aus zwei übereinandergelegten, gleichseitigen Dreiecken und benannt nach dem jüdischen König David, der etwa 1.000 ||v.d.Z. lebte. Ungefähr seit dem 18. Jahrhundert ist der Davidstern ein Symbol für das Judentum und schmückt seit 1948 auch die Flagge des Staates Israel, nachdem er vorher von den Nationalsozialist*innen als gelber »Judenstern« missbraucht wurde, um Jüdinnen und Juden zu kennzeichnen.

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|| Holocaust

(griech. vollständig verbrannt) bezeichnet die systematische massenhafte Ermordung von Jüdinnen und Juden und anderen Minderheiten durch die Nationalsozialist*innen. Eingeführt wurde der Begriff 1979 als Titel der amerikanischen Fernsehserie »Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß«, die auch in Deutschland sehr populär war. Manche Jüdinnen und Juden lehnen das Wort allerdings ab, weil das Brandopfer in der ||Thora die Obhut Gottes verspricht, und bevorzugen deswegen den hebräischen Begriff Shoa (auch Shoah, Schoa oder Schoah), der für »große Katastrophe« steht. Bis heute gibt es keinen eigenen deutschen Begriff für diesen historischen Massenmord.

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|| Israelbezogener Antisemitismus

bezeichnet antisemitische Handlungen oder Äußerungen gegenüber oder in Bezug auf Israel, dessen Politik oder Bürger*innen; wenn z.B. dem Staat Israel unterstellt wird, als heimlicher Drahtzieher der Weltpolitik zu agieren oder, wie im ||sekundären Antisemitismus, die israelische Politik gegenüber Palästina mit der des Nationalsozialismus gleichgesetzt wird. Diese Form antisemitischer Gesinnung findet sich in der gesamten Gesellschaft wieder und ist sowohl bei linken als auch bei rechten Gruppierungen vorhanden.

Weiterführende Begriffe: ||Antisemitismus, ||Antizionismus, ||Israelkritik

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|| Israelkritik

Mitunter werden Äußerungen in öffentlichen Debatten als Israelkritik bezeichnet, die weniger auf Fakten als auf antisemitischen Ressentiments beruhen und die sich pauschal gegen den israelischen Staat und dessen Bürger*innen richten. Generell sollten Aspekte oder Akteur*innen, die im Zusammhang mit israelischer Politik kritisiert werden, in der Berichterstattung konkret benannt werden. Wenn z.B. wegen der Verfolgung des jüdischen Volks höhere moralische Maßstäbe an die Politik Israels angelegt werden als an andere Länder, handelt es sich um ||israelbezogenen Antisemitismus, nicht um differenzierte Kritik.

Weiterführende Begriffe: ||Antizionismus, ||Antisemitismus, ||Islamkritik

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|| Juden

sind Angehörige der jüdischen Religion und dem rabbinischen Religionsgesetz nach alle, deren Mutter Jüdin ist. Weil es immer mehr gemischtkonfessionelle Ehen gibt, gilt z.B. bei progressive Strömungen in den USA auch als jüdisch, wer einen jüdischen Vater hat und jüdisch erzogen wird. Ebenso ist es möglich, zum jüdischen Glauben zu konvertieren. Wer von Geburt an jüdisch ist, ist nicht automatisch religiös; viele Jüdinnen und Juden sind nicht gläubig, sehen sich aber als Teil der jüdischen Gemeinschaft – teilweise benennen sie das Judentum als ihre kulturelle Identität statt als ihre Religion. Einige gläubige Jüdinnen und Juden bezeichnen sich als Volk Israel. Es ist aber ein Irrtum, Jüdinnen und Juden, die in vielen Teilen der Welt leben, mit Israelinnen/Israelis, also den Bürger*innen des multiethnischen Staates Israel, gleichzusetzen.

Weiterführende Begriffe: ||Aschkenasim, ||Sephardim

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|| Jüdische Beschneidung

von neugeborenen Jungen ist in der ||Thora vorgeschrieben und hat eine große Bedeutung im Judentum. Der hebräische Name dafür ist Brit Mila(h) (»Bund der Beschneidung«). Das Ritual dient der Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft. In Deutschland ist die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen erst seit 2012 gesetzlich geregelt; laut §1631d des BGB ist sie erlaubt, wenn sie »nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt« wird

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|| Kabbala

ist eine mystische Tradition im Judentum, bei der spirituelle Erlebnisse im Mittelpunkt stehen. Verschiedene kabbalistische Schulen sind weltweit seit dem 13. Jahrhundert entstanden. Heute werden kabbalistische Konzepte vor allem in ||chassidischen Gemeinden in den USA und Israel, aber auch in nicht-jüdischen Kreisen fortgeführt. So wurde in den 1970ern das Kabbalah Center in den USA gegründet, das durch Prominente wie Madonna bekannt wurde.

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|| Kaschrut

beschreibt die jüdischen Speisegesetze. In ihnen ist festgelegt, welche Lebensmittel erlaubt (||koscher) Lebensmittel und welche verboten (»treif«/ »trefe«/ »treife«) sind.

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|| Kippa/Kippah

bezeichnet die Kopfbedeckung, die insbesondere während des Gebets und Studiums der Heiligen Schriften von männlichen ||Juden getragen wird, in ||liberalen Gemeinden manchmal auch von Frauen. Manche tragen die Kippa auch im Alltag als öffentliches Bekenntnis zum Judentum oder aus Demut und Ehrfurcht vor Gott.

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|| Konservatives Judentum

ist eine in den USA entstandene Bewegung, deren Ursprünge allerdings in Deutschland liegen. In den Vereinigten Staaten bildet das konservative Judentum neben dem liberalen Judentum heute die größte Gruppe. Konservative Jüdinnen und Juden legen mehr Wert auf Traditionen als ||liberale, sie passen die Religionsgesetze jedoch auch zeitgemäß an. Ähnlich wie im ||orthodoxen Judentum werden Gesetze wie bspw. die Speisevorschriften eingehalten, sie werden aber weniger streng ausgelegt. Zudem können Frauen im religiösen Ritus des konservativen Judentums – je nach Gemeinde – mehr Rechte haben als in der Orthodoxie. Die Begriffe »konservativ«, »liberal« oder »orthodox« dürfen also keineswegs mit politischen Richtungsbezeichnungen verwechselt werden.

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|| Koscher

(hebr. rein, geeignet) ist alles, das religiösen jüdischen Gesetzen entsprechend hergestellt oder zubereitet wurde. Welche Speisen koscher sind bzw. trefe, also nicht koscher, wird durch die ||Kaschrut-Vorschriften bestimmt. Teilweise gelten die Regeln auch für Materialien wie Stoffe oder Geschirr.

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|| Liberales Judentum

bezeichnet eine Strömung, die im 19. Jhd. in Deutschland in Abgrenzung zur Orthodoxie entstand. Im Gegensatz zum ||orthodoxen Judentum sind die Geschlechter im liberalen Judentum meistens in allen religiösen Angelegenheiten gleichberechtigt: Dies umfasst in vielen Gemeinden auch die Ordination von Frauen zu ||Rabbinerinnen bzw. Rabba. Durch Auswanderung gelangten die Kernideen des liberalen Judentums im 19. Jhd. in die USA, wo sie als Reformjudentum eine andere Entwicklung nahmen als in Deutschland. In Israel ist die liberale jüdische Gemeinde recht klein. Auch in Deutschland verstehen sich die meisten Gemeinden als ||orthodox, in jüngster Zeit entstehen allerdings auch hier wieder mehr liberale Gemeinden. Das liberale Judentum wird in Europa auch progressives Judentum genannt.

Weiterführende Begriffe: ||Neo-Orthodoxie, ||Ultra-Orthodoxie ||Konservatives Judentum.

Thema:

|| Misrachim

ist eine Fremdbezeichnung für nicht-||aschkenasische Jüdinnen und Juden, also auch für ||Sephardim, die vor allem von aschkenasischen ||Juden in Israel verwendet wird. Sie folgen dem sephardischem Judentum und bezeichnen sich selbst als Sepharden.

Thema:

|| n.d.Z./nach der Zeitrechnung/ Zeitwende

ist eine Formulierung, die der Jahreszählung mit Bezug auf die Geburt Jesus Christi dient, ohne den christlichen Bezug auszudrücken. Diese Bezeichnung ist nicht nur im Judentum gebräuchlich, sondern war zum Beispiel auch in der DDR üblich.

Thema:

|| Neo-Orthodoxie

ist hauptsächlich in Westeuropa, vor allem in England, Frankreich und Deutschland als eine Strömung der Orthodoxie verbreitet. Sie wurde im 19. Jhd. in Frankfurt/ Main gegründet. Wie beim ||orthodoxen Judentum entspringen ihre Grundideen dem traditionellen Judentum, allerdings findet eine Öffnung zur westlichen Kultur statt, indem z.B. am öffentlichen Leben teilgenommen wird.

Thema:

|| Orthodoxes Judentum

ist eine der großen Strömungen, neben dem ||konservativen und dem ||liberalen Judentum. Sowohl in Deutschland wie auch in Israel ist sie die einflussreichste. Zentrales Merkmal ist die strikte Einhaltung der Vorschriften (hebr.: Mizwot), also der Gebote und Verbote, die in der ||Thora festgelegt sind. Wenn eine Gemeinde sich als orthodox bezeichnet, bedeutet es jedoch nicht, dass alle ihre Mitglieder streng orthodox leben. Innerhalb der Orthodoxie existieren verschiedene Richtungen wie ||Neo-Orthodoxie, ||Ultraorthodoxie und ||Chassidismus.

Thema:

|| Philosemitismus

bezeichnet die positive Neigung zu ||Juden und jüdischer Kultur, die teils wie bei ||Antisemitismus von einem homogenen Kollektiv ausgeht, dem bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Ein Motiv können zum Beispiel Schuldgefühle auf Grund der Ereignisse in der NS-Zeit sein. Der Begriff wurde erstmals im 19. Jhd. verwendet, um projüdische Linksliberale abzuwerten.

Weiterführender Begriff: ||Xenophilie

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|| Pogrom

(russ.: Verwüstung) benennt gewaltsame Ausschreitungen gegen religiöse, politische, ethnische Gruppen oder andere Minderheiten. Geprägt wurde der Begriff vor allem durch die Novemberpogrome 1938, als die Nazis die organisierte Zerstörung von jüdischen Geschäften, Häusern, Synagogen und die Verfolgung von ||Juden anordneten. Während die vom NS-Regime gelenkten Medien von der »Judenaktion« oder »Novemberaktion« schrieben, bezeichnete der Volksmund die Novemberpogrome, die den Beginn der staatlich organisierten Judenverfolgung markierten, schnell als »Reichskristallnacht« – eine verharmlosende Anspielung auf die unzähligen Glasscherben zerstörter jüdischer Geschäfte und Synagogen, die nach den Pogromen auf den Straßen lagen.

Thema:

|| Rabbiner

(hebr.: Meister, Lehrer) ist ein religiöser Titel, der jüdischen Gelehrten verliehen wird, die weibliche Form lautet Rabba. Sie werden von ihrer Gemeinde gewählt und bezahlt, zu ihren Aufgaben gehören Seelsorge, interkonfessioneller Dialog, Predigen und Lehren. Als Rabbi werden seit dem Altertum jüdische Gelehrte bezeichnet, die die ||Thora auslegen. Heute werden die Begriffe Rabbiner und Rabbi oft synonym verwendet.

Thema:

|| Sabbat/Schabbat/Schabbes

ist der siebte Wochentag, an dem durch die ||Thora vorgeschrieben keine Arbeit verrichtet werden soll. Er beginnt am Freitagabend bei Sonnenuntergang und endet am Samstagabend nach Eintritt der Dunkelheit.

Thema:

|| Sekundärer Antisemitismus

äußert sich bspw. in Forderungen nach einem Schlussstrich oder in dem Vorwurf, die ||Juden hätten eine Mitschuld an der Verfolgung durch die Nazis oder zögen einen Vorteil aus dem ||Holocaust. Das Phänomen konnte unmittelbar nach 1945 erstmalig beobachtet werden. Oft ergibt sich diese Form des ||Antisemitismus aus einem Schuld- und Schamgefühl für den ||Holocaust.

Weiterführende Begriffe: ||israelbezogener Antisemitismus, ||Israelkritik

Thema:

|| Semiten

ist ein sprachwissenschaftlicher Begriff für alle, die eine semitische Sprache sprechen, wie hebräisch, aramäisch oder arabisch, und steht nicht für eine ethnische Gruppe. Ende des 19. Jhd.s benutzten Rassentheoretiker*innen den Begriff »Semiten« synonym und abwertend für ||Juden, woraus die Bezeichnung ||Antisemitismus für deren Ideologie entstand. Ansonsten ist heute nur noch in der Sprachwissenschaft von Semit*innen die Rede.

Weiterführender Begriff: || Antijudaismus

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|| Sephardim

sind ursprünglich die Nachkommen von ||Juden aus West- und Südeuropa bzw. den Mittelmeerländern, die im 15. Jhd. von dort vertrieben wurden. Heute bezeichnen sich alle nicht-||aschkenasischen Jüdinnen und Juden als Sephardim.

Weiterführender Begriff: ||Misrachim

Thema:

|| Talmud

ist ein Gesetzeskodex und nach dem ||Tanach das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Im Talmud steht, wie die ||Thora von den ersten ||Rabbis verstanden und ausgelegt wurde. Er besteht aus zwei Teilen und liegt in zwei Ausgaben vor, dem Jerusalemer Talmud und dem babylonischen Talmud. Wenn einfach vom Talmud gesprochen wird, ist in der Regel der babylonische gemeint.

Thema:

|| Tanach/Tenach

ist die Heilige Schrift des Judentums. Er entstand in einem 1.200 Jahre andauernden, komplexen Prozess als Sammlung unterschiedlicher religiöser und profaner jüdischer Schriften. Der Tanach wurde etwa 100 ||n.d.Z. in 24 Bücher eingeteilt und kanonisiert. Er erzählt die Geschichte der Schöpfung und des Volkes Israel über einen Zeitraum von 1.300 Jahren. Das Christentum hat alle Bücher des Tanach in etwas anderer Anordnung als Altes Testament übernommen.

Thema:

|| Thora/Tora/Torah

ist der erste Teil der Heiligen Schrift des Judentums (||Tanach) und besteht aus fünf Büchern. Sie ist der Grundstein jüdischen Glaubens und eine Quelle für jüdisches Recht, Ethik und Lebensweise. Daneben wurde die mündlich überlieferte Lehre später im ||Talmud festgehalten.

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|| Ultraorthodoxe Juden

ist eine Fremdbezeichnung für all jene orthodoxen ||Juden, die in geschlossenen Gemeinschaften, geschlechtergetrennt und mit strengen Regeln leben. Ultraorthodoxe Gläubige sind nicht berufstätig, die Männer studieren lebenslang die ||Thora und werden meistens von Spenden oder in Israel durch den Staat finanziert. Die meisten leben in den USA und in Israel.

Thema:

|| v.d.Z./vor der Zeitrechnung/Zeitwende

ist eine Formulierung, die der Jahreszählung mit Bezug auf die Geburt Jesus Christi dient, ohne den christlichen Bezug auszudrücken. Diese Bezeichnung ist nicht nur im Judentum gebräuchlich, sondern war zum Beispiel auch in der DDR üblich.

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|| Zionismus

(von Zion, dem Namen des Tempelbergs in Jerusalem) bezeichnet zum einen die historische jüdisch nationalistische Bewegung, die einen jüdischen Staat gründen wollte, und zum anderen gegenwärtige politische Strömungen. Entstanden ist der Zionismus als Teil des europäischen Nationalismus des 19. Jhd.s. Er war gleichzeitig die Gegenbewegung zum ||Antisemitismus, der sich damals immer weiter verbreitete. Mit der Gründung Israels 1948 wurde das zionistische Ziel erreicht. Heute wird Zionismus als Ideologie in Israel sehr unterschiedlich ausgelegt, so gibt es z.B. liberal-sozialdemokratischen Zionismus, rechtsnationalen oder nationalreligiösen Zionismus. Zionismus wird teils undifferenziert als Kampfbegriff gegen Israels Haltung im Nahost-Konflikt benutzt.

Weiterführende Begriffe: ||Antizionismus, ||Israelkritik, ||israelbezogener Antisemitismus

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