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Musliminnen und Muslime

Mohammedaner

ist ein veralteter Begriff und als Synonym für ||Muslime unpassend, weil Muslime Mohammed nicht als Gott verehren. In der Regel findet der Begriff auf einschlägig islamfeindlichen Blogs Verwendung und ist abfällig gemeint.

Moslem, Moslemin

ist eine etwas altmodisch klingende und daher seltener gebräuchliche Bezeichnung für ||Muslim bzw. Muslimin.

Muslime

bezeichnet Angehörige der islamischen Religionsgemeinschaft. Grundsätzlich gilt es zu hinterfragen, ob die Zuschreibung einer Religion relevant und zutreffend ist. Beispiel: Warum wurde die Religionszugehörigkeit bei der »ersten muslimischen CDU-Bundestagsabgeordneten« Cemile Giousouf 2013 so stark thematisiert? Häufig wird Muslim*innen auch als Synonym für ||Einwanderer und ihre Nachkommen verwendet, was sachlich falsch ist: Nur ein Viertel aller ||Menschen aus Einwandererfamilien in Deutschland sind Muslim*innen und es gibt deutsche Muslim*innen ohne Migrationshintergrund.

Muslimisch

wird als als Adjektiv in Bezug auf Menschen verwendet z.B. muslimische Frau, muslimischer Schüler oder muslimische Bevölkerung, nicht aber muslimische Religion, sondern islamische. Ebenso richtig ist islamische Länder, nicht muslimische Länder.

Weiterführende Begriffe: ||Islamisch

Mutmaßlicher Islamist

taucht in Medienberichten häufig auf und ist irreführend: ||Islamist zu sein, ist nicht verboten, d. h. die Gesinnung ist nicht strafbar. Ungesetzlich sind dagegen islamistisch motivierte Gewalt und Propaganda für verbotene Organisationen wie den ||IS. Meist sind also nicht Islamist*innen gemeint, sondern Terrorverdächtige. Zutreffend könnte zum Beispiel sein: »Die Polizei nahm einen  mutmaßlichen Terrorverdächtigen fest. Die Behörden vermuten, er habe aus islamistischen/religiös begründeten Motiven gehandelt.«