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Migration

Parallelgesellschaft

ist ein Schlagwort, das Anfang der 2000er Jahre in der Debatte um ||Muslime in Deutschland populär wurde. Der Begriff ist inhaltlich diffus und wird verbunden mit vermeintlich ||gescheiterter Integration. Er zeichnet ein Bild homogener Minderheiten, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsbevölkerung abschotten1. Ihnen wird »Integrationsunwilligkeit« unterstellt, ohne zu berücksichtigen, dass für ||Integration die gesamte Gesellschaft verantwortlich ist. Zudem ist für einen hohen Anteil von Einwander*innen in manchen Stadtteilen oft eher der Wohnungsmarkt ursächlich als ein Hang zu innerethnischen Nachbarschaften.

Postmigrantisch

stammt aus der Kulturszene und wurde in Deutschland von der Kulturschaffenden Shermin Langhoff eingeführt. Postmigrantisch steht für den Prozess, die Gesellschaft nach erfolgter Einwanderung mitzugestalten. Wird Deutschland als ||Einwanderungsgesellschaft akzeptiert, werden Kategorien wie ||deutsch / nicht-deutsch bedeutungslos; in einer postmigrantischen Gesellschaft müssen sich ||Deutsche ohne Migrationshintergrund auch eingliedern. Es gilt, die zuvor herrschenden (Miss-) Verhältnisse gemeinsam neu zu verhandeln. Hinweis: Postmigrantisch ist nur als Adjektiv zu verwenden.