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Migration

Armutszuwanderer

wird oft als abfällige Bezeichnung für Menschen aus Südosteuropa verwendet, teils auch als Synonym für ||Roma, die im Zuge der EU-Freizügigkeit nach Deutschland kommen. Die große Mehrheit der Menschen, die aus den EU-Beitrittsländern Bulgarien und Rumänien eingewandert sind, geht jedoch einer Arbeit nach oder studiert. Es handelt sich daher überwiegend um eine – für Deutschland profitable – Arbeitseinwanderung bzw. Arbeitszuwanderung. Bei »Armutsmigration« wird vor allem eine vermeintliche Einwanderung in die Sozialsysteme betont, die gesetzlich aber ausgeschlossen ist.

Weiterführende Begriffe: ||Armutsflüchtlinge, ||Asylmissbrauch, ||Fremdarbeiter, ||Roma, ||Sinti, ||Wirtschaftsflüchtling, ||Zuwanderer

Aufnahmegesellschaft

wird häufig als Synonym für ||Deutsche ohne Migrationshintergrund verwendet, wirkt dabei jedoch ausgrenzend, da Eingewanderte und ihre Nachkommen auch zu den Aufnehmenden gehören. Ein klärender Zusatz, wie multikulturelle Aufnahmegesellschaft wäre sinnvoll, damit deutlich wird: Es sind die über 82 Millionen1 Bürger*innen in Deutschland gemeint.

Aussiedler/Spätaussiedler

sind deutsche »Volkszugehörige« und mit etwa 4,5 Millionen Menschen die größte Einwanderergruppe in der Bundesrepublik. Laut Definition des Innenministeriums handelt es sich bei ihnen um »Personen deutscher Herkunft, die in Ost- und Südosteuropa sowie in der Sowjetunion unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges gelitten haben (und die) noch Jahrzehnte nach Kriegsende aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit massiv verfolgt« wurden. In der Bundesrepublik können sie die »Statusdeutscheneigenschaft« bekommen, werden damit ||deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt und sind keine ||Ausländer (siehe auch ||Vertriebene).

Weiterführende Begriffe: ||Migranten, ||Neubürger, ||Neue Deutsche, ||Zuwanderer