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Wer sind „wir“, wer sind „die Anderen“?

Mehrheitsgesellschaft

ist ein gängiger Begriff, der missverständlich ist. Eigentlich müsste es heißen: Mehrheitsbevölkerung, also die von 64 Millionen ||Deutschen ohne Migrationshintergrund. In einem faktischen Einwanderungsland funktionieren Bezeichnungen wie »die deutsche Gesellschaft« oder »die Gesellschaft in Deutschland« nicht als Synonym für ||Deutsche ohne Einwanderungskontext.

Weiterführende Begriffe: || Aufnahmegesellschaft, || Autochthone Deutsche, || Einheimische, || Einwanderungsgesellschaft, || Wir

Menschen aus Einwandererfamilien

ist zwar auch sperrig, umschreibt aber treffend, was gemeint ist, ohne Menschen eine vermeintliche Einwanderungserfahrung zuzusprechen.

Menschen mit internationaler Geschichte

ist eine weitere Alternativformulierung, die im Workshop »Was heißt hier Migrationshintergrund?« beim Diversity-Day 2014 von Heidelberger Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund in Zusammenarbeit mit den NdM entwickelt wurde; der Begriff berücksichtigt, dass nicht alle Menschen mit ihren Familien eingewandert sind.

Menschen mit Migrationshintergrund (MH)

sind nach statistischer Definition
• in Deutschland lebende Ausländer*innen,
• eingebürgerte Deutsche, die nach 1949 in die Bundesrepublik eingewandert sind
• sowie in Deutschland geborene Kinder mit deutschem Pass, bei denen sich der Migrationshintergrund von mindestens einem Elternteil ableitet.

Zunächst wurde »Personen mit Migrationshintergrund« in der Verwaltungs- und Wissenschaftssprache verwendet. Doch als durch Einbürgerungen und das neue Staatsangehörigkeitsrecht von 2000 der Begriff ||Ausländer nicht mehr funktionierte, um ||Einwanderer und ihre Nachkommen zu beschreiben, ging die Formulierung auch in die Umgangssprache ein (siehe auch ||Einbürgerung und ||Doppelte Staatsangehörigkeit). Inzwischen wird der Begriff von manchen als stigmatisierend empfunden, weil damit mittlerweile vor allem (muslimische) »Problemgruppen «assoziiert werden. Eine gute Alternative: ||Menschen aus Einwandererfamilien.

Migranten

werden vom Statistischen Bundesamt als Menschen definiert, die nicht auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik, sondern im Ausland geboren  sind. Rund die Hälfte davon sind ||Deutsche, die andere Hälfte hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Im Diskurs wird dieser Begriff häufig irrtümlich als Synonym für ||Menschen mit Migrationshintergrund verwendet.

Migrationsvordergrund

eine meist augenzwinkernd gemeinte Selbstbezeichnung von Menschen, deren ||Migrationshintergrund sichtbar ist.

Mischling

ist als Bezeichnung dem Tierreich entlehnt und beruht auf der ||Rassentheorie. Ist die Information relevant, kann die Herkunft der Eltern konkret benannt werden.