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Maghreb-Staaten

(arabisch: Westen, wörtlich: Ort, wo die Sonne untergeht) ist die zusammenfassende Bezeichnung für die drei nordafrikanischen Staaten Tunesien, Algerien und Marokko. Teilweise werden auch Libyen und Mauretanien dazugezählt. Im Mai 2016 wurden Tunesien, Algerien und Marokko per Bundestagsabstimmung zu ||sicheren Herkunftsländern erklärt, was die Abschiebung von ||Geflüchteten aus diesen Ländern erleichtert. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass dies für keines der drei Länder zutrifft.

Mehrheitsgesellschaft

ist ein gängiger Begriff, der missverständlich ist. Eigentlich müsste es heißen: Mehrheitsbevölkerung, also die von 64 Millionen ||Deutschen ohne Migrationshintergrund. In einem faktischen Einwanderungsland funktionieren Bezeichnungen wie »die deutsche Gesellschaft« oder »die Gesellschaft in Deutschland« nicht als Synonym für ||Deutsche ohne Einwanderungskontext.

Weiterführende Begriffe: || Aufnahmegesellschaft, || Autochthone Deutsche, || Einheimische, || Einwanderungsgesellschaft, || Wir

Menschen aus Einwandererfamilien

ist zwar auch sperrig, umschreibt aber treffend, was gemeint ist, ohne Menschen eine vermeintliche Einwanderungserfahrung zuzusprechen.

Menschen mit internationaler Geschichte

ist eine weitere Alternativformulierung, die im Workshop »Was heißt hier Migrationshintergrund?« beim Diversity-Day 2014 von Heidelberger Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund in Zusammenarbeit mit den NdM entwickelt wurde; der Begriff berücksichtigt, dass nicht alle Menschen mit ihren Familien eingewandert sind.

Menschen mit Migrationshintergrund (MH)

sind nach statistischer Definition
• in Deutschland lebende Ausländer*innen,
• eingebürgerte Deutsche, die nach 1949 in die Bundesrepublik eingewandert sind
• sowie in Deutschland geborene Kinder mit deutschem Pass, bei denen sich der Migrationshintergrund von mindestens einem Elternteil ableitet.

Zunächst wurde »Personen mit Migrationshintergrund« in der Verwaltungs- und Wissenschaftssprache verwendet. Doch als durch Einbürgerungen und das neue Staatsangehörigkeitsrecht von 2000 der Begriff ||Ausländer nicht mehr funktionierte, um ||Einwanderer und ihre Nachkommen zu beschreiben, ging die Formulierung auch in die Umgangssprache ein (siehe auch ||Einbürgerung und ||Doppelte Staatsangehörigkeit). Inzwischen wird der Begriff von manchen als stigmatisierend empfunden, weil damit mittlerweile vor allem (muslimische) »Problemgruppen «assoziiert werden. Eine gute Alternative: ||Menschen aus Einwandererfamilien.

Menschenschmuggel

Viele Schutzsuchende sind auf Menschenschmuggler angewiesen, wenn sie nach Europa gelangen wollen (andere Bezeichnungen sind ||Schlepper oder ||Schleuser). In der Debatte wird Menschenschmuggel oft fälschlicherweise mit Menschenhandel gleichgesetzt. Menschenhandel ist jedoch eine andere Straftat, denn: Menschenhändler verdienen nicht in erster Linie am Transport der Betroffenen, sondern an der anschließenden Ausbeutung.

Migranten

werden vom Statistischen Bundesamt als Menschen definiert, die nicht auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik, sondern im Ausland geboren  sind. Rund die Hälfte davon sind ||Deutsche, die andere Hälfte hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Im Diskurs wird dieser Begriff häufig irrtümlich als Synonym für ||Menschen mit Migrationshintergrund verwendet.

Migrationsvordergrund

eine meist augenzwinkernd gemeinte Selbstbezeichnung von Menschen, deren ||Migrationshintergrund sichtbar ist.

Minderheitenrat

setzt sich für die Förderung und den Schutz der vier ||nationalen Minderheiten in Deutschland ein und vertritt ihre Interessen gegenüber der Bundesregierung. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma gehört ihm an. Der Minderheitenrat soll den Informationsfluss zwischen den vier Minderheiten  abstimmen und fördern, aber auch gemeinsame Stellungnahmen zu aktuellen Schwerpunkthemen verfassen.

Weiterführende Begriffe: || Minderheitensekretariat

Minderheitensekretariat

wurde 2005 für die Verbände der ||nationalen Minderheiten in Deutschland eingerichtet. Das Minderheitensekretariat unterstützt die Arbeit des ||Minderheitenrates inhaltlich und organisatorisch als eine Verbindungsstelle zwischen den Verbänden der anerkannten Minderheiten und Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat.

Mischehe

beruht als Begriff auf der Rassentheorie und wurde vor allem im Zuge der »Rassenhygiene« zur Zeit des Nationalsozialismus verwendet. Gute Alternativen sind binationale oder ggf. interreligiöse Ehe.

Weiterführender Begriff: ||Mischling

Mischling

ist als Bezeichnung dem Tierreich entlehnt und beruht auf der ||Rassentheorie. Ist die Information relevant, kann die Herkunft der Eltern konkret benannt werden.

Misrachim

ist eine Fremdbezeichnung für nicht-||aschkenasische Jüdinnen und Juden, also auch für ||Sephardim, die vor allem von aschkenasischen ||Juden in Israel verwendet wird. Sie folgen dem sephardischem Judentum und bezeichnen sich selbst als Sepharden.

Mohammedaner

ist ein veralteter Begriff und als Synonym für ||Muslime unpassend, weil Muslime Mohammed nicht als Gott verehren. In der Regel findet der Begriff Verwendung auf einschlägig islamfeindlichen Blogs und ist abfällig gemeint.

Weiterführende Begriffe: || Antimuslimischer Rassismus, || Islamfeindlichkeit, || Islamkritik, || Islamophobie

Mord im Namen einer vermeintlichen Ehre _ Mord im Namen eines althergebrachten Begriffs von Ehre

sind reflektierte Alternativen für ||Ehrenmord, wenn man sich in der Berichterstattung vom Motiv des Täters distanzieren will. Handelt es sich eindeutig um einen Mord im Namen einer vermeintlichen Ehre, kann man der Idee der Istanbuler Initiative »Kadın Cinayetlerini Durduracagız« folgen: Die Frauenrechtlerinnen plädieren für den Begriff Frauenmord als Synonym, da er die Betroffenen und die Tat in den Fokus rückt. Allerdings zählen zu den Betroffenen manchmal auch Männer, die am vermeintlichen »Ehrbruch« beteiligt waren oder homosexuell sind.

Weiterführende Begriffe: || Ausländerkriminalität, || Blutrache, || Clan, || Parallelgesellschaft 

Moslem, Moslemin

ist eine etwas altmodisch klingende und daher seltener gebräuchliche Bezeichnung für ||Muslim bzw. Muslimin.

Muslime

bezeichnet Angehörige der islamischen Religionsgemeinschaft. Grundsätzlich gilt es zu hinterfragen, ob die Zuschreibung einer Religion relevant und zutreffend ist. Beispiel: Warum wurde die Religionszugehörigkeit bei der »ersten muslimischen CDU-Bundestagsabgeordneten« 2013 so stark thematisiert? Häufig wird Muslim*innen auch als Synonym für ||Einwanderer und ihre Nachkommen verwendet, was sachlich falsch ist: Nur ein Fünftel aller ||Menschen aus Einwandererfamilien in Deutschland sind Muslim*innen und es gibt deutsche Muslim*innen ohne Migrationshintergrund.

Muslimisch

wird als als Adjektiv in Bezug auf Menschen verwendet z.B. muslimische Frau, muslimischer Schüler oder muslimische Bevölkerung, nicht aber muslimische Religion, sondern islamische. Ebenso richtig ist islamische Organisation, nicht aber muslimische Organisation, nicht muslimische Länder.

Weiterführende Begriffe: || Islamisch

Mutmaßlicher Islamist

taucht in Medienberichten häufig auf und ist irreführend: ||Islamist zu sein, ist nicht verboten, d. h. die Gesinnung ist nicht strafbar. Ungesetzlich sind dagegen islamistisch motivierte Gewalt und Propaganda für verbotene Organisationen wie den ||IS. Meist sind also nicht mutmaßliche Islamist*innen gemeint, sondern Terrorverdächtige. Zutreffend könnte zum Beispiel sein: »Die Polizei nahm einen Terrorverdächtigen fest. Die Behörden vermuten, er habe aus islamistischen/religiös begründeten Motiven gehandelt.«